Spenden statt Schnäppchenwahnsinn

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Foto (Modehaus Garhammer): Den Spendenscheck an Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller (Mitte) überreichten die Garhammer-Geschäftsführer (r.) Johannes
und (l.) Christoph Huber.

Spenden statt Schnäppchenwahnsinn

Garhammer verzichtet auf Cybershopping-Angebote und sammelt 10 000 Euro an Spenden

Von Sonja Schumergruber


Waldkirchen
27.12.2019

Egal, ob „Black Friday“ oder „Cyber Monday“: Online und in den Geschäften lockten Ende November die angeblichen Deals des Jahres. Einer machte bei dem Preiskampf vor Weihnachten aber nicht mit: das Modehaus Garhammer. Vielmehr rief das Waldkirchner Unternehmen ein „Charity-Wochenende“ aus. Ganze 10 000 Euro an Spenden sind dabei zusammen gekommen, die an die Stiftung Kinderlächeln der Kinderklinik „Dritter Orden“ in Passau gehen.

„Mit unserer Spendensammlung wollten wir einen Kontrapunkt zur ,Rabbatitis‘ setzen“, sagte Garhammer-Geschäftsführer Johannes Huber. Auf lange Sicht würden Aktionen wie der „Black Friday“ dem stationären Handel nämlich nicht helfen. Das zeigten auch die vermehrten Insolvenzen, die den gesamten Einzelhandel träfen, und damit auch die Mitarbeiter, die ihre Jobs verlören.

Chefarzt wünscht sich mehr Nachhaltigkeit

Kein Fan von „Cyber Monday“ und Co. ist auch Prof. Dr. Matthias Keller, Chefarzt der Kinderklinik Passau und Vorstandsmitglied der Stiftung Kinderlächeln. „Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen nachhaltiger denken“, sagte er. Die Frage „Was ist etwas wert?“ dürfe nicht unter den Tisch fallen. Schließlich sei es ja auch wichtig, dass die Mitarbeiter im Einzelhandel ein gutes Gehalt bekämen und dort auch in Zukunft arbeiten könnten. „Deswegen sollte man regionale Unternehmen unterstützen und nicht nur online einkaufen.“  Denn so könnten die Geschäfte am Laufen und die Arbeitskräfte in der Region gehalten werden.

Für Keller sei das Waldkirchner Modehaus ein Vorreiter: „Die Entscheidung für die Spendensammlung und gegen den, Black Friday‘ zeigt, dass hier der soziale Gedanke im Vordergrund steht.“

10 000 Euro sei ein Betrag, mit dem man „viel anfangen“ könne. Konkret werden damit kranke Kinder und Familien in Not in der Region unterstützt.  Zum Beispiel sei es denkbar, dass man mit dem Geld Therapiematerialien oder einen Kinderclown finanziere. „Die Spende erleichtert uns die Arbeit. Dafür möchte ich Danke sagen.“

Der Dank galt neben dem Modehaus auch seinen Kunden und Mitarbeitern. 2000 Euro hätten allein Letztere gespendet. „Mit den Zielen der Stiftung Kinderlächeln konnten sich einfach alle identifizieren“, sagte Johannes Huber. Man habe sich ja auch bewusst für  ein regionales Projekt  entschieden.

Aktion soll wiederholt werden

Darüber hinaus war ein Prozent des Umsatzes aus den Verkäufen am 29. und 30. November für den guten Zweck bestimmt. „Viele Kunden haben noch etwas drauf gelegt“, sagte Huber.

 Auch die beiden Geschäftsführer des Modehauses ließen sich nicht lumpen. So kam dann der hohe Betrag von 10 000 zusammen, über den Johannes Huber sehr zufrieden sei.

Die Aktion gab es heuer zum ersten, aber wahrscheinlich nicht zum letzten Mal, wenn es nach Johannes Huber geht. „Es wäre toll, wenn wir nächstes Jahr Mitstreiter für  die Spendensammlung und gegen  den Billigeinkauf finden.“

Quelle: Waldkirchner Ausgabe der Passauer Neuen Presse vom 18.12.2019

 

 

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