„Wir hatten eine Schaukel im Zimmer und es war immer irgendwie Chaos“
Landtagspräsidentin Ilse Aigner teilt Kindheitserinnerungen beim Sponsorenabend der Stiftung Kinderlächeln
Passau. „Herr Wanninger, bitte übernehmen Sie!“ Mit diesen Worten hat Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller gemeinsam mit der Stiftungsvorstandsvorsitzenden Dr. Maria Diekmann in den Sponsorenabend der Stiftung Kinderlächeln eingeleitet. „Ein besonderes Format, mit einem besonderen Ehrengast“, holt also der PNP-Chefredakteur und Moderator des Abends, Ehrengast Ilse Aigner in den eleganten Räumlichkeiten des AVP-Autohauses in Passau auf die Bühne.
Die Landtagspräsidentin hatte ihr Kommen für den Juli-Abend zu Ehren den Sponsoren, Partnern und Unterstützern der Stiftung Kinderlächeln bereits im Frühjahr zugesagt und war gerne bereit, ihre Kindheitserinnerungen ganz exklusiv zu teilen. „In unserem Haus war immer viel los. Großeltern, Eltern, meine drei Schwestern und ich haben dort gelebt und es waren immer auch viele andere Kinder zu Gast“, gibt Ilse Aigner Einblick in ihre ersten Lebensjahre. Geboren 1964 in Feldkirchen-Westerham, zwischen München und Rosenheim gelegen, ist die heutige Landtagspräsidentin als jüngste von insgesamt vier Mädchen groß geworden. „Meine zwei Cousinen waren auch immer da und so waren wir ein echter Mädels-Haushalt. Wir hatten eine Schaukel im Wohnzimmer und ich weiß, dass immer irgendwie Chaos war und unsere Eltern über tausend Sachen steigen mussten, um ins nächste Zimmer zu kommen“, so Aigner. Von Urlauben im Zillertal oder auch ihrer Schulzeit, in der Aigner von Beginn an jedes Schuljahr aufs Neue zur Klassensprecherin gewählt wurde, hat Martin Wanninger der prominenten Politikerin mit seinen Fragen einige sehr private Einblicke entlocken können. So hat Ilse Aigner schon mit 18 Jahren die Bar auf dem Volksfest geschmissen und soweit sie sich erinnern kann, seit jeher im elterlichen Betrieb mitgearbeitet – „das war damals einfach so.“ Das Ende ihrer Schulzeit war dabei geprägt von starken körperlichen Schmerzen. „Über zwei Jahre hatten Ärzte nach Gründen gesucht. Wenn man rund um die Uhr Schmerzen hat und deswegen nicht mehr schlafen kann, dann verliert man über solch einen Zeitraum durchaus auch mal den Lebensmut“, hören die Gäste an dem Abend auch von den Schattenseiten. So wurde kurz vor Aigners 18. Geburtstag ein Tumor im Rückenmark gefunden – „der wurde entfernt und dann war es auch wieder gut“, schließt sie das Thema schnell ab, allerdings nicht ohne dabei auf die großen Herausforderungen in dieser Zeit für die gesamte Familie einzugehen: „Das war schwer für alle. Wenn man als Eltern nicht helfen kann ist das schlimm. Aber meine Familie war immer da und ohne sie wäre es auch nicht gegangen.“ Auch das politische Leben der Ilse Aigner wurde thematisiert, ihre musikalischen Vorlieben und der eigene Karriereweg vor dem Hintergrund des sozialen Konstruktes Großfamilie. Dabei lebt die höchste Frau des Staates auch heute noch im engen Familienbund im Elternhaus in Feldkirchen-Westerham: „Meine Schwestern, meine Neffen – sie alle leben in meinem Umfeld und erden mich ab und an“, schmunzelt Aigner. Gesundheit und Familie seien das wichtigste was man haben könne, das habe sie ihre Vergangenheit gelehrt – und vor diesem Hintergrund dankt sie auch den anwesenden Gästen für ihre anhaltende Unterstützung der Stiftung Kinderlächeln zu Gunsten kranker Kinder und Jugendlicher in der Kinderklinik Dritter Orden Passau.
„Was wir bewirken ist nicht abstrakt, sondern tagtäglich zu erfahren. Was uns antreibt ist nichts Geringeres als die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen hier in der Region – und Sie alle helfen uns seit Jahren in enger Verbundenheit, hier immer das Beste geben zu können“, dankt auch Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller für die große Unterstützung sowohl aus der Region, aber auch von Seiten der Politik. „Wir stehen vor großen finanziellen Herausforderungen und sind geprägt von Planungsunsicherheit, aber der zuletzt verabschiedete Pakt für Kindergesundheit, der die Kindergesundheit auch mit Maßnahmen der kindermedizinischen Versorgung auf dem Land wieder auf die politische Agenda nimmt, macht uns Hoffnung“, so Keller. „Ein Abend voll mit interessanten Eindrücken aus dem Leben einer beeindruckenden Frau, aber auch geprägt von vielen schönen Gesprächen – das war einfach wunderbar“, schließt eine Besucherin. Und auch die Stiftungsvorstandsvorsitzende Dr. Maria Diekmann möchte es nicht verpassen, dem Ehrengast für ihr Kommen und die Aufgeschlossenheit zu danken – „Sie haben unseren Sponsorenabend zu etwas ganz Besonderem gemacht.“
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) Prof. Dr. Matthias Keller, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Stiftungsvorstandsvorsitzende Dr. Maria Diekmann und PNP-Chefredakteur und Moderator Martin Wanninger.